Die telefonische Anlaufstelle

Es ist nie zu spät, über sexuellen Missbrauch zu sprechen. Unter der kostenfreien Rufnummer der Unabhängigen Beauftragten 0800-22 55 530 können sich Betroffene sexuellen Missbrauchs anonym und vertraulich an ein Team von Fachleuten aus den Bereichen der Sozialpädagogik, Psychologie und Medizin wenden. Aber auch Angehörige sowie Menschen, denen Fälle von Missbrauch in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld auffallen, können bei der telefonischen Anlaufstelle anrufen. Wenn gewünscht, zeigen die Expertinnen und Experten den Anrufenden weitere Möglichkeiten der Hilfe und Beratung in ihrer Nähe auf.

Empfehlungen und Vorschläge an die Bundesregierung

Die Fragen, Anliegen und Botschaften von Betroffenen werden in der telefonischen Anlaufstelle individuell entgegengenommen. Wenn die Anrufenden damit einverstanden sind, werden die Gespräche anonym dokumentiert.
Berichte und Anliegen, die die Unabhängige Beauftragte bis April 2011 erreicht haben, sind in die Empfehlungen und Vorschläge der Unabhängigen Beauftragten für materielle und immaterielle Hilfen für Betroffene an die Bundesregierung und den Runden Tisch - ein Gremium mit rund 60 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und Kirchen unter dem Vorsitz der Bildungs-, Familien- und Justizministerinnen - eingeflossen. Botschaften, wie auch Rückmeldungen zum Abschlussbericht der Unabhängigen Beauftragten, die nach April 2011 eingegangen sind, werden bei der Arbeit der Unabhängigen Beauftragten weiterhin berücksichtigt.

Sie können die Unabhängige Beauftragte auch schriftlich erreichen:

Postalisch:
Geschäftsstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann, Bundesministerin a. D.

Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs


Mit der Kampagne „Sprechen hilft“ möchte ich für das Thema sexueller Missbrauch sensibilisieren und auf unsere telefonische Anlaufstelle aufmerksam machen. Viele Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend missbraucht wurden, haben diese Erfahrungen aus Scham, Schuldgefühl oder Angst lange Zeit für sich behalten. Reden kann für sie Befreiung sein. Es kann die Handlungsspielräume der Täter und Täterinnen verringern und deren Macht brechen. Ich möchte Betroffenen Mut machen, über das, was sie erlebt haben, zu reden. Denn was uns viele Anruferinnen und Anrufer bestätigen - darüber sprechen hilft!

Unterschrift Dr. Christine Bergmann

Dr. Christine Bergmann, Bundesministerin a. D.
Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs