Visuelle Umsetzung
Unser Dank gilt Donata und Wim Wenders, Alberto Venzago und allen Filmschaffenden, die unsere Anliegen in Bild und Ton übersetzt und mit ihrem Engagement eine nachhaltig berührende Kampagne geschaffen haben.
Wim Wenders, Filmregisseur:
Es ist eine große Katastrophe,
wieviel in unserem Land
immer wieder unter den Tisch gekehrt wird,
und wieviele Menschen darunter leiden,
daß sie in ihrem Leben einmal ein Trauma erlebt haben,
das sie dann nie losgeworden sind.
Ich habe selbst ein paar Mal erlebt,
welche Befreiung es darstellt,
wenn jemand endlich über etwas sprechen kann.
Ich bin deswegen dankbar,
daß ich an dieser Kampagne teilnehmen durfte,
die hoffentlich die Kraft hat,
dieses Leid lindern zu helfen,
was zuerst durch Mißbrauch,
dann aber auch durch das Schweigen darüber
entstanden ist.
Wim Wenders
Berlin, im September 2010
Informationen zu Wim Wenders unter:
www.wim-wenders.com
Donata Wenders, Fotografin:
Im Sommer 2010 sind wir durch viele deutsche Städte und kleine Ortschaften gefahren. Vorbei an tausend Hausfassaden und Vorgärten, an Einfamilienhäusern, Bauernhäusern, Hochhäusern, Reihenhäusern, über Dorf- und Stadtstraßen. Immer wieder schoss mir beim Anblick all der Häuserfronten unwillkürlich durch den Kopf: „Was sich wohl hinter diesen Türen und hinter diesen Gardinen abspielt?“
Immer wieder sehe ich Väter mit ihren Söhnen und Töchtern, Mütter… andere Erwachsene mit Kindern... und finde selbst erschreckend, welche Assoziationen mir in letzter Zeit dazu oft in den Sinn kommen. Natürlich will man niemanden verdächtigen und keine Vorurteile haben, aber das Wissen um Missbrauch in so vielen deutschen Familien begleitet diese Fahrt und lastet auf vielen Blicken.
Warum ist das Schweigen so einmütig? Wir sind als Gesellschaft gefordert, wenn die Betroffenen nicht sprechen, wenn ihnen kein Glauben geschenkt wird, und wenn wir den Tätern keine Auswege zeigen, ihr oft zwanghaftes Tun endlich sein lassen zu können.
Die Kampagne, die Scholz & Friends für die Unabhängige Beauftragte für sexuellen Missbrauch entwickelt hat, hat mich von Anfang an überzeugt.
Ein Privileg, diese Arbeit mit meinem Mann Wim Wenders, mit dem Fotografen Alberto Venzago und allen anderen Beteiligten machen zu dürfen.
Donata Wenders
Berlin, im September 2010
Informationen zu Donata Wenders unter:
www.donatawenders.com
Alberto Venzago, Fotograf
Als Donata und Wim mich anfragten, habe ich spontan zugesagt. Es ist jedes Mal eine Freude und Ehre mit ihnen arbeiten zu dürfen, zumal der Inhalt dieser Kampagne wichtig ist.
Der Name Wenders garantiert, dass die Kampagne Aufmerksamkeit erhält und inhaltlich wie formal stimmen wird.
Ich komme aus der Schweiz. Für diese Katastrophen gibt es keine Länder-Grenzen. Auch bei uns ist die gleiche Diskussion im Gang mit den gleichen Fragen: Sollen Täter geschont, das Leid der Missbrauchsopfer unter den Teppich gekehrt, die Straftaten verjährt werden und soll oder muss man endlich drüber reden?
Ich habe über die Jahre als Photojournalist Reportagen über Kinderprostitution, Organisiertes Verbrechen, Macht und Ohnmacht publiziert. Immer geht es um das eine: Kann ein Bild etwas verändern? Wir sagen zwar: „C’est pas une image juste, c’est juste une image“. Ich bin stolz mit Wim und Donata zusammen diese Aufgabe angehen zu dürfen. In der Hoffnung, dass es diesmal was verändern wird. Wir können diese familiären Katastrophen zwar nicht verhindern, aber wir können den Opfern eine Plattform bieten. Und damit haben wir schon sehr viel erreicht.
Alberto Venzago
Zürich, im September 2010
Informationen zu Alberto Venzago unter:
www.venzago.com
